16.10.2014


Was wird mit der Allende–Brücke?

Neubau ab 2015

Untersicht

Seit  dem 21. Februar diesen Jahres ist die Brücke einseitig gesperrt. Dass sie marode ist, war  seit 10 Jahren bekannt. Schon im Januar 2009 berichteten Zeitungen über geplanten Abriss und Neubau. Prognostiziert wurde ein Beginn der Arbeiten 2013.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt bestimmte später den Baubeginn für  das Jahr 2015.  Mindesten einen Winter muss sie also in ihrer jetzigen eingeschränkten Funktion noch überstehen. Sie ist die einzige Brücke über die Spree zwischen der Köpenicker Damm-Brücke und der Triglawbrücke in Hessenwinkel. Dennoch scheinen die Dauerstaubefürchtungen nicht eingetreten zu sein.

Allerdings reiht sich das 1981 errichtete Bauwerk ein in die schlechte Infrastruktur der Stadt. Eines der letzten Beispiele war die plötzlich notwendige und monatelang Verkehrsprobleme bereitende Sperrung einer Brücke nach Spandau.

Bei Wikipedia ist zur Baugeschichte der Salvador-Allende-Brücke zu lesen:

Die Wohnungsbauaktivitäten in Ost-Berlin führten in den 1960er Jahren zur Anlage kompletter neuer Wohngebiete in Köpenick und Umgebung mit dem Zuzug von tausenden neuer Bewohner. Die Versorgung der Kaufeinrichtungen als auch der zunehmende individuelle Kraftfahrzeugverkehr erforderten den Bau einer großzügig bemessenen Brücke über die Spree. Die … schmucklose Brücke erhielt den Namen "Salvador-Allende-Brücke" nach dem chilenischen Präsidenten Salvador Allende, der auch Namensgeber eines neuen Wohnviertels in Köpenick war. Es handelt sich um eine über fünf Felder durchlaufende Stahlbetonkonstruktion, die aus zwei Richtungsfahrbahnen besteht und auf Hohlkastenträgern liegt. Die drei mittleren Felder werden von je drei Strompfeilern getragen, die übrigen stützen sich nördlich und südlich auf Land-Widerlager. Die beiden jeweils nebeneinander stehenden Strompfeiler haben ein gemeinsames Fundament.
Regelmäßige Kontrollen des Bauwerkes ergaben neben mangelhaften Abdichtungen stark zunehmende Schäden am Beton, deren Ursache in dem zur Bauzeit verwendeten Zement-Kies-Gemisch mit einem zu hohen Alkalianteil gesehen wird. Zusammen mit der vorhandenen Feuchtigkeit führt dies zur Alkali-Kieselsäure-Reaktion (AKR), die den Beton zerfallen und dadurch den Stahl verwittern lässt. Die Standsicherheit der Brücke und weitere uneingeschränkte Nutzung der Brücke sind inzwischen nicht mehr gewährleistet.


Obwohl Baufachleute eine gründliche Sanierung des vorhandenen Brückenbauwerks für ausreichend gehalten hatten, entschied man sich für einen Neubau mit einer Kostenschätzung von rund 15 Millionen Euro.

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