11.10.2018


Verwalter möchte ehemaliges ASMW-Gelände gern loswerden


Baracken wurden offiziell geräumt und verschlossen

Hinter den Kulissen - Kellerräume durch Gitter getrennt (Bild: Archiv)

So sah es 2017 auf dem Grundstück nahe der Erpe aus, das jetzt für den Bau von Eigentumswohnungen eingeplant ist

Am 20. September 2018 fand auf dem Grundstück Müggelseedamm 109-111 die Räumung der illegal bewohnten Baracken unter Leitung der zuständigen Polizeidirektion statt. Das Gelände steht unter der Verwaltung der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Die "Berliner Woche" hatte am 7. September über den "Fall" berichtet.

Aus Sicht der BImA waren die zuvor getroffenen Sicherungsmaßnahmen ausreichend. Das illegale Betreten des Grundstücks werde von der BImA nicht geduldet. Die Bundesanstalt stehe in der Sache seit Juni 2018 in engem Kontakt mit der zuständigen Polizeidirektion. Gemeinsame Begehungen seien durchgeführt worden.

"Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) beabsichtigt, die zwischenzeitlich durch die illegalen Nutzer geöffneten Zaunteile schnellstmöglich wieder zu verschließen. Darüber hinaus werden die drei massiven Gebäude kurzfristig durch eine Fachfirma verschlossen und vor erneutem Betreten gesichert. Die Kontrollgänge durch die Hausmeister finden weiterhin statt. Für den Fall, dass wiederum Personen auf dem Grundstück angetroffen werden, ist die Unterstützung durch die zuständige Polizeidirektion gewährleistet."

"In diesem Zusammenhang wurden auch mehrere Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruchs gegen bestimmte Personen und gegen Unbekannt gestellt. Von der Polizei angetroffene Personen wurden und werden des Grundstücks verwiesen. Das Gelände wird seit Bekanntwerden der illegalen Grundstücksnutzung regelmäßig durch unsere Hausmeister kontrolliert."

Der Termin für die Räumung hätte sich dann "aufgrund erforderlicher Abstimmungen aller Beteiligten" über den August 2018 hinaus verzögert.

Weiterhin habe der Verwalter Kontakt zum Verein "Amaro Foro" gesucht, um mit dessen Unterstützung die Personen auf die Räumung und Sicherung der Gebäude vorzubereiten. Die Personen seien vor Ort durch den Leiter des Vereins über die geplante Räumung der Gebäude in Kenntnis gesetzt worden.

Wir baten natürlich auch den Verein Amaro Foro um erhellende Auskünfte und eine Stellungnahme zu dem Vorgang. Eine Sprecherin des Vereins erklärte jedoch in einer E-Mail vom 1. Oktober 2018, der Verein sei "der falsche Ansprechpartner".

Die BImA gehe davon aus, dass sich die Situation für die Friedrichshagener Anwohner durch das Bündel an Maßnahmen, die zur Sicherung des Geländes in Zusammenarbeit mit der zuständigen Polizeibehörde ergriffen würden, verbessern werde.

Zuvor hatten Anwohner, auch bei uns, kritisch über die Auswirkungen der illegalen "Nutzung" berichtet. Einen ähnlichen Fall gab es seit 2017 schon in Hirschgarten auf dem nun für den Bau von Eigentumswohnungen vorgesehenen Grundstück (siehe Bild 2 und 3).

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